Unterschriftenaktion für den Erhalt der Kinder- und Jugendarztpraxen

Die Genossenschaft niedergelassener Kinder- und Jugendärzte PädNetzS startet heute gemeinsam mit dem Paed Net Südbaden und dem Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BvKJ) eine Unterschriftensammlung unter den Patienteneltern in ganz Baden-Württemberg.

Zentrales Thema ist die Qualifikation der Ärzte, die Kinder und Jugendliche in Hausarztverträgen behandeln. Auf eine ausreichende kinder- und jugendmedizinische Qualifikation legen Verträge wie der AOK-Hausarztvertrag keinen Wert. Solche Verträge bedrohen daher langfristig die qualifizierte Versorgung von Kindern und Jugendlichen und gefährden den Bestand unserer auf deren Bedürfnisse spezialisierten Praxen.

Der Gesetzgeber hat den Krankenkassen das Angebot einer hausarztzentrierten Versorgung verordnet. Dabei hat er ihnen bewusst ermöglicht, für Kinder und Jugendliche eigene Verträge mit besonders qualifizierten Leistungserbringern abzuschließen.

Im Interesse ihrer Patienten fordern die Kinder- und Jugendärzte daher gemeinsam mit den Eltern, dass die Kassen zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen in Zukunft nur noch pädiatriezentrierte Verträge mit definierter, idealerweise fachärztlicher, Qualifikation abschließen.

Hintergrund:

Durch eine ähnlich angelegte Aktion in Bayern konnte die Bevölkerung dort über die Verhandlungen der AOK mit dem Hausärzteverband und die fehlende Forderung nach pädiatrischer Weiterbildung aufgeklärt werden. Inzwischen wird in Bayern verhandelt. Andere Ortskrankenkassen außerhalb des Kinderlandes Baden-Württemberg haben die Wichtigkeit der Pädiatrischen Kompetenz schon längst erkannt und entsprechende Verträge abgeschlossen.

In Baden Württemberg läuft seit Herbst 2008 der Hausarztvertrag zwischen der AOK einerseits und dem Hausärzteverband und der Ärztevereinigung MEDI andererseits, der den teilnehmenden Ärzten höhere Einkünfte garantieren soll.
Der Vertrag sieht aber weder eine Altersbegrenzung der Patienten vor noch setzt er eine ausreichende Qualifikation zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen voraus. Zudem führt er zu massiven Eingriffen in die Arbeit der beteiligten Praxen und ist datenschutzrechtlich problematisch.

Dieser Hausarztvertrag wird daher vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und den pädiatrischen Netzen abgelehnt. Bisher beteiligen sich weniger als 2% der Kinder- und Jugendärzte an diesem Vertrag.

Im Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) in Baden Württemberg sind 95% der knapp 800 niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte organisiert.

PädNetzS eG ist ein genossenschaftlicher Zusammenschluss niedergelassener Kinder- und Jugendärzte, ausgehend vom Großraum Stuttgart, dem über 160 Ärzte angehören.

Paed Net Südbaden ist ein Zusammenschluss von 140 niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten und allen Leitenden Ärzten der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin in Südbaden.

Für Rückfragen:

Dr. Klaus Rodens, Vorsitzender Berufsverband der Kinder und Jugendärzte Baden-Württemberg, Angertorstr. 6, 89129 Langenau ,Tel.: 07345/5052

Dr. Oliver Harney, Aufsichtsrat PädNetzS. Nelkenweg 7, 74321 Bietigheim- Bissingen, Tel.: 07142-64424

Thomas Jansen, Aufsichtsrat PädNetzS, Flamingoweg 8, 70378 Stuttgart, Tel.: 0711-9534140

Dr. Roland Fressle, Vorsitzender Paed Net Südbaden, Auwaldstr. 90, 79110 Freiburg-Landwasser, Tel.: 0761/135871

Offizielle Pressemitteilung
Elterninformation zur Aktion
Weiterführende Informationen für Eltern
Unterschriftenliste
Elterninformation zum pädiatriezentrierten Vertrag in Bayern

Informationen zu Kinderkrankheiten wie z.B.:

Masern
Windpocken
Röteln
Mumps
Keuchhusten

und vielen mehr.